Seelengeschwister

 

Es wird Tag und es wird Nacht in den irdischen Gezeiten,

und oftmals uns’re Kräfte und Gedanken uns entgleiten.

Wir suchen uns, verlaufen uns, vergessen, wer wir sind,

und auf Irrwegen des Lebens oft das Sinngefühl zerrinnt.

 

Wir mäandern durch Erfahrungen, sind oft uns selber fern.

Dann streiten wir, weil wir das Wort des Herzens nicht mehr hör’n,

wir nicht mehr auf dem Boden uns’rer Seelenwahrheit steh’n,

stattdessen an uns selbst und aneinander uns vergeh’n.

 

Was haben wir uns angetan? Wie können wir es heilen?

Wie können wir uns wiederfinden und in Liebe weilen?

Wie finden wir das neue Land, das uns gemeinsam nährt?

Dessen Frucht und dessen Boden uns gemeinschaftlich gehört?

 

Fühlst Du diese Sehnsucht, diese Fragen auch in Dir?

Dann finden wir die Antwort in Verbundenheit, im Wir.

Was uns verbindet, ist die Suche nach dem Glück und nach dem Weg,

nach dem Boot, das uns hinüberfährt von unserm schmalen Steg.

 

Was uns verbindet, ist die Wahrheit. Was uns teilt, ist Illusion.

Und Wahrheit spricht auch Schmerzliches, doch stets in sanftem Ton.

Sie richtet nicht das Trennende. Sie klärt nur, was uns eint,

und Wahrheit oft auf Irrwegen des Lebens erst erscheint.

 

Und was immer wir uns angetan, in Liebe wird es heilen,

im Kern des tiefsten Selbstgefühls, das spricht, wenn wir verweilen:

Geschwister in der Seele - das ist wahrlich, was wir sind,

denn jede uns’rer Seelen ist der höchsten Liebe Kind.

 

Wir sind viele und verbunden. Wir sind einzeln und doch ein.

Was Dich berührt, schwingt unsichtbar in mein Gemüt hinein,

und mein Handeln und mein Denken und mein Leiden und mein Glück,

sie fallen auch auf Dich und alle anderen zurück.

 

So liegt im Herz das neue Land, das uns gemeinsam nährt.

Auf seinem Grunde keimt das Glück, das Dir und mir gehört.

Und ich weiß, Du fühlst die Sehnsucht und die Antwort auch in Dir.

Lass uns gehen, Hand in Hand. Ich helfe Dir und Du hilfst mir.

 

So wird Tag und so wird Nacht in den irdischen Gezeiten,

und wir schaffen uns den Himmel, weil einander wir begleiten.

Wir suchen uns und finden uns, erfahren, wer wir sind,

und der Liebe eines jeden unser aller Glück entspringt.

 

1.0.2

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